Mut zum Jobwechsel

Blogparade: Mut zum Jobwechsel! Los geht’s

Junge! Und wie du wieder aussiehst mit Löchern in der Hose und ständig dieser Lärm… JOBWECHSEL!

Ich war seit jeher der bodenständige Typ, an einen Jobwechsel war nicht zu denken. Meine Eltern hatten mir immer eingeprägt: Sicherheit geht vor. Junge, du hast einen Vollzeit-Job ohne Befristung. Also bleib wo du bist. Meine Ausbildung absolvierte ich einst im KaDeWe, im Kaufhaus des Westens. Danach ging es ab zur Bundeswehr, bei der ich damals 23 Monate war und als Unteroffizier der Feldjäger meine Wehrpflicht ableistete. Ab dann ging es zu dem oben benannten sicheren Job in Festanstellung. Ich arbeitete in Vollzeit bei einem schwedischen Mode-Label welches sich immer noch dazu aufmacht, der größte Textil-Filialist der Welt zu werden. 19 Jahre war ich da. In den letzten Jahren meiner Anstellung kamen mir Zweifel, ob ich das was ich da als Angestellter, oder besser gesagt als Nummer, und enormer Kostenfaktor (das bekommen die Mitarbeiterinnen dort in jedem morgendlichen Meeting eingetrichtert) tat, überhaupt noch machen wollte. Bis zu meiner Rente sind es ja noch gut 24 Jahre.

Irgendwo da draußen musste es doch einen Job geben, der besser zu mir passte und mir dennoch die nötige Sicherheit gab, für mich und vor allem meine Familie zu sorgen. Meine Frau war gerade am Ende ihrer zweiten Ausbildung und zufrieden mit ihrem neuen Job. Da drängte sie mich, auch etwas zu verändern. In mir drängte es auch. Ich wollte keine kosten-treibende Nummer mehr sein und so entstand in mir der Mut zum Jobwechsel.

Die Vernetzung oder „Vitamin B“: Kontakte Kontakte Kontakte!

Es war mehr als ein Zufall und zeigt, worauf es heute und seit jeher ankommt: die Vernetzung. Die persönlichen Kontakte sind es, die einen weiter bringen. Ein Unternehmensberater brauchte dringend Unterstützung. Durch eine Empfehlung kam es zu einem „Vorstellungsgespräch“. Ab dem zweiten Satz war klar, dass wir uns gegenseitig brauchten und wollten. Ich war ganz ehrlich, sprach mit ihm über meinen Sohn und die Sicherheit die ich bräuchte, dass eine Befristung nicht in Frage kommt und eine Probezeit eigentlich auch nicht. Wir lösten das Problem elegant.

Ich beantragte unbezahlten Urlaub bei meinem alten Arbeitgeber. Dieser war glücklich, denn sie konnten Kosten sparen und einen teuren Mitarbeiter durch drei günstige Studenten ersetzen. Während des unbezahlten Urlaubs absolvierte ich meine bezahlte Probezeit bei meinem neuen Chef. Bis dato ein Zwei-Mann Betrieb. Ich wurde offen empfangen und war von meiner neuen Aufgabe und der durchweg positiven Stimmung im Team begeistert. Da der Arbeitsvertrag während eines unbezahlten Urlaubs ruht, musste ich meinem alten Arbeitgeber auch nicht mitteilen, was ich in der Zeit an Nebenerwerb gemacht habe.

Fazit: Mut zum Jobwechsel!

Mittlerweile bin ich nun schon 4 Monate bei meinem neuen Boss, habe den alten Job gekündigt und ich fühle mich pudelwohl. Sicher, das Kündigungsschutzgesetz greift hier nicht, da wir zu wenige Mitarbeiter sind, aber mit meinem neu gewonnen Selbstbewusstsein habe ich davor keine Angst mehr. Ich bekomme jeden Tag mit, wie meine Arbeit bewertet wird und wir arbeiten mittlerweile daran, dass das Team weiter wächst. Ich bin nun keine Nummer mehr in einem globalen Großbetrieb, sondern ein geschätzter Mitarbeiter in einem kleinen unternehmer-geführten Betrieb mit riesigen Ambitionen. Dem neuen Chef ist es wichtig, dass sich seine Mitarbeiter wohl und sicher fühlen. Die Arbeitsbedingungen sind besser, die Stimmung im Team ist besser und diese ganzen tausend Kleinigkeiten auch. Das Credo: Wenn es meinen Mitarbeitern gut geht, geht es auch dem Unternehmen gut, wird hier tatsächlich gelebt.

Es ist wie mit einem paar Schuhe und plötzlich passte der zweite Schuh auch. Ich habe es nicht bereut und hätte diesen Schritt viel früher wagen müssen. Der Kampf mit den inneren Dämonen und dem Verlangen nach Sicherheit blockierte mich. Ich lud meine Mutter in das neue Büro ein, stellte ihr meine neuen Kollegen vor und zeigte ihr, was ich so mache. Seitdem ist auch sie begeistert von meinem neuen Job und meinem Chef inklusive Kollegen und Büro. Auch ihre Angst konnte ich so nehmen und die Zweifel der Eltern zerstreuen. Ein Faktor, der mich natürlich auch immer dazu getrieben hat, an der sicheren Anstellung festzuhalten. Aber zu wissen, dass nicht nur meine Frau hinter mir steht, sondern auch der Rest der Familie, ist ebenso ein schöner Beigeschmack des Jobwechsels gewesen.

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