Roman: Erlendur der Schmuggler im Dialog mit Svana der Prinzessin

Auszug aus einem meiner Romane:

In der Rohfassung ohne Korrektur oder Überarbeitung.

Als sie das Nachtlager aufgeschlagen hatten machte sich Erlendur auf um Wasser zu holen. Svana begleitete ihn.
„Ihr seid ehrenvoll“, brach sie das Schweigen.
Erlendur lachte über die Worte der Prinzessin. Dann blickte er zur Seite um sie sehen zu können.
„Tut mir einen gefallen Prinzessin. Sagt es mir ins Gesicht“
„Was soll das?“
Erlendur lachte.
„Seht ihr, selbst ihr schafft es nicht meinen Namen in einem Satz mit dem Wort ehrenvoll zu sagen.“
Schweigend gingen sie weiter Richtung Fluss, dort angekommen füllten sie die Wasserschläuche der Männer.
„Ihr seid doch, kein echter Schmuggler.“
Doch anstelle einer Antwort warf Erlendur eine Frage auf.
„Was seht ihr denn in mir Prinzessin?“
Sie schnaufte abfällig.
„Hört doch endlich mit euren Spielchen auf.“
Erlendur reichte ihr die Hand, die Prinzessin ergriff sie.
„Ich bin Erlendur, was immer ihr braucht, wenn der Preis stimmt.“
Zum Abschluss verbeugte er sich tief, packte die Flaschen zusammen und ging zurück Richtung Lager.
„Wartet“ rief ihm die Prinzessin nach. „Wollt ihr denn gar nicht wissen was ich in euch sehe?“
Erlendur wandte sich ihr zu.
„Doch doch, nur zu, erzählt es mir.“
Sie kam einen Schritt näher.
„Ich denke ihr seid einer unserer Garde gewesen. Ebenso wie Bryant.“
Erlendur lächelte.
„Wieso denkt ihr das?“
Svana sprach weiter.
„Ihr seid ein Kämpfer der ausgebildet wurde, das habe ich schon in der Taverne gesehen, dass habt ihr euch nicht selbst beigebracht und Bryant vertraut euch, er würde euch nie in Frage stellen, für ihn gelten noch die alten Rangfolgen. Vielleicht ward ihr sein Truppführer oder so etwas.“
Erlendur lachte.
„Von diesen Männern vertraut mir keiner. Ich bringe ihnen das meiste Geld, mehr nicht…“

Er wischte sich über die Stirn.

„…und Prinzessin, kämpfen lernt man nicht nur bei der Garde, auch unter dem alten König gab es in den Strassen schon unrecht.“
Svana schien verunsichert, blieb ihrer Meinung aber treu.
„Seht Bryant“ begann sie, doch Erlendur unterbrach sie.
„Was immer ihr hofft das wir sein könnten, wir sind es nicht.“
Sie ignorierte ihn.
„Bryant nahm den Beutel mit den Gold und hat ihn ohne zu zählen verstaut, der andere, Finn zählte nach, der ist ein Schmuggler der nicht zu euch gehört.“
Erlendur schien überrascht.
„Bryant ist ein Narr, ich sollte seine Gutgläubigkeit ausnutzen und ihm weniger in den Beutel packen, dann hätte ich auch noch etwas davon gehabt.“
Sie lachte.
„Seht ihr, ihr seid ehrenvoll, ihr tatet es nicht.“
Erlendur nickte.
„Weil ich nicht wusste das er es nicht zähltt.“
Doch für die Prinzessin lag die Wahrheit woanders.
„Weil es euch gar nicht erst in den Sinn kam, ihr würdet nie einen eurer Freunde betrügen. Oran nicht und Bryant auch nicht.“
Erlendur kam ihr näher, so nah das er sie an der Schulter packen konnte. Mit beiden Händen griff er zu und hielt sie fest.
„Was denkt ihr über Finn?“
Die Prinzessin dachte kurz nach.
„Er gehört nicht zu euch und verspottet sogar eure Vergangenheit.“
Erlendur versuchte im Gesicht der Prinzessin zu lesen, diese jedoch spielte dieses Spiel perfekt, sie war am Hofe groß geworden, Politik gehörte für sie zum Alltag. Erlendur scheiterte.
„Woher schlussfolgert ihr das?“
„Finn nimmt eure Entscheidungen nicht so leicht hin wie die anderen beiden. Er arbeitet für Gold, Bryant und Oran sind vertraute von dir.“
Erlendurs Gedanken wanderten davon. Zurück in die Vergangenheit. Svana riss in aus seinen Gedanken.
„Ihr habt von dem Gold nichts für euch behalten.“
Er nickte.
„Ich musste die Männer ruhigstellen, denn ihr werdet uns nicht mehr zahlen können.“
Sie lächelte.
„So Ehrenvoll das ihr für Prinz und Prinzessin auf euer Gold verzichtet?“
Es folgte eine kurze Pause, eine von dieser Art die bei jedem Augenblick die sie andauerte unangenehmer wurde.
„Wer seid ihr Wirklich?“ fragte die Prinzessin.

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