Eltern sein ist gar nicht so schwer. Dachte ich als Kind immer. Jetzt, im Zeitalter des Vaters angekommen, stelle ich mich jeden Tag dieser Aufgabe. Eltern sein, Vater sein, alles anders machen zu wollen als es damals die eigenen Eltern mit uns taten. Ist es nun schwer? Wichtig ist für mich, dass ich weis in welche Richtung ich mit der Erziehung will. Ich habe einen eigenen Willen und mein Sohn soll den auch haben dürfen. Er kennt aber auch Grenzen und das Konsequent sein ist ein tägliches Spiel mit dem Feuer. 

Eltern sind auf sich allein gestellt

Jeder Erziehungsberechtigte muss für sich selbst wissen, wie er erziehen will. Es gibt 1000 Ratgeber und Millionen von Experten und Pädagogen, aber am Ende stehst du mit Deinem Kind und das ist alles was zählt. Der Weg den wir zusammen gehen, das ist der Weg den wir selber wählen. Wir kriegen was wir erziehen. Das Produkt dessen was wir als Eltern machen, sehen wir manchmal sofort, aber einiges wird sich erst später zeigen, in Form von Ergebnissen in der Schule, im sozialen Verhalten mit anderen und auch im Umgang des Kindes mit uns. Ob wir am Ende unserer Erziehung Früchte ernten, mit Stolz auf unser Kind blicken oder ob es weit weg von uns in ein anderes Land zieht. All das lässt sich erst nach Jahren der Erziehung sehen.

Viele Eltern haben Angst in der Erziehung Fehler zu machen. Ich denke aber, dass es besser ist Fehler in der Erziehung zu machen als gar nicht erst zu erziehen. Ich empfinde es als Fluch unserer Generation “der Beste Freund” oder “die beste Freundin” und nicht Vater oder Mutter zu sein. Als bester Freund gebe ich Ratschläge und hinweise, als Vater erziehe ich. Der Unterschied ist, als Freund bin ich mit meinem Kind auf einer Stufe, als “Erzieher” nicht. Natürlich nehme ich meinen Sohn ernst und bin für Ihn da, wenn er mir etwas erzählen möchte. In Situationen an der Wurst-Theke aber bin ich Vater und bestehe auf ein Dankeschön, sonst gibt es bei der Wurst-Fachverkäuferin beim nächsten mal vielleicht keine Wiener. 

Eltern: Das “Nein” erklären, das “Bitte” einfordern

Ich erkläre. Ein Nein, oder eben das “Danke” was ich einfordere. Das Kind soll verstehen, wieso etwas passiert und wieso vielleicht beim nächsten mal nicht. Es führt mit steigenden Alter des Kindes sicher auch zu mehr Diskussionen. Das ist normal und ich lasse mich auch gerne von einem Fehler überzeugen, aber bei manchen Dingen bleibe ich Stur. Meinem Sohn hat das bisher gut getan, zu wissen warum er Dinge darf und andere nicht. Auch testet er gerne alte Grenzen aus, auch das gehört dazu und manchmal klappt es, dann wird im Wohnzimmer mit dem Ball gespielt, eigentlich schärfstens verboten. Wie gesagt, manchmal klappt es. Nicht aufgepasst und Bähm, wir sind mitten im Match.

In der Erziehung gehört für mich zur Konsequenz noch Respekt und Loben. Mit Lob und dem damit einhergehenden Stolz des Kindes, lebt es sich für beide leichter, der Ansporn endlich alleine in die Schüssel, ganz ohne Windel, zu machen, der macht unendlich Stolz und es wird, höchstpersönlich, allen erzählt. War ja schließlich ein Meilenstein 😉 und wenn Papa und Mama stolz sind und dolle loben, dann muss es doch die Frau von der Wurst-Theke auch sein. Extra Wurst. Mit Dankeschön.

Als Vater ist für mich das größte Lob, wenn mein Sohn “Papi” oder “Papa” sagt. Da springt mein Herz und ich bin unendlich stolz, sicher, ich kriege keine Wurst, aber die Glücksgefühle die das auslöst sind enorm. Ein gehaltener Ball beim Fußball, das Radfahren und alles andere was mittlerweile wie selbstverständlich von der Hand geht, sind alles Ziele, den wir uns als Team, Vater, Mutter und Kind genähert haben. Wir haben zusammen geübt, geweint und gelacht. Das Lob sorgte als Motivation für das erreichen, das Ziel immer klar vor den Augen.

Eltern und Ziele für die Kinder

Mit Zielen ist nicht gemeint das die Kinder von Event zu Event, von Klavierstunde zum Ballet getrieben werden, sondern dass Sie Zeit haben zu lernen. Vor allem Mensch zu sein, Kind zu sein. In der Einführungsphase der Kita wurden wir gefragt was unser Ziel mit unserem Sohn ist. Das war mir damals gar nicht klar. Ich hatte mir keine Gedanken gemacht und bisher die Elternzeit nur genossen und wie selbstverständlich erzogen. Aber ein Ziel, musste erst noch deklariert werden. Uns, als Eltern, war schnell klar was wir uns wünschten.

Selbstbewusst, Fair und mit vielen Freunden soll er gesegnet sein. Ziele die wir gut erklären und beibringen können. Nach eigenem Ermessen. Er soll in der Lage sein eigenständig zu denken, zu erkennen was Entscheidungen bewirken können, er soll Sie aber auch bewusst treffen und keine Angst vor den Ergebnissen haben. Weiter geht es immer, notfalls mit Hilfe, wenn man fragt, oder ruft. Mir ist es Lieber, er probiert etwas und es geht schief, als das er sich etwas nicht traut. Eltern verlieren schnell die Geduld und nehmen es selber in die Hand.Für das Kind ist Geduld aber besser. Das selber machen, das erklären, vormachen, selber machen und üben, führt zum Erfolg. Allerdings nur mit Geduld.

Die nächsten Blog-Beiträge handeln vom Erziehen, Kindheit, spielen und Unsicherheit. Als Vater hinterfrage ich oft, ob es richtig war etwas zu tun, ob es genug Zeit war, die am Wochenende mit spielen und Ausflügen verbracht wurde. Keiner kann einem das beantworten, jeder kann für sich selbst nur beantworten ob und wie viel Zeit, auch für sich selbst in der Erziehung der Kinder bleibt. Sich Freiräume schaffen, aber auch Freiräume geben führt am Ende zu einer ausgeglichenen und geduldigen Erziehung und diese steht dann sinnbildlich für eine hoffentlich glückliche Kindheit.

 


3 Kommentare

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