Die Berliner Schnauze ist schon ein etwas härterer Dialekt. Schnell ist der Berliner auf 180 und reiht viele k´s und andere harte Vokale und Konsonanten in seine Worte ein. Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass der Berliner an sich sehr offenherzig und hilfsbereit ist, nur eben auf seine eigene Weise. Auf die Berliner Weise. Um es dem Rest der Republik mal zu zeigen, gibt es heute bei mir auf dem Blog das große ABC der Berliner Schnauze und andere nützliche Verhaltensweisen, wenn ein Berliner in der Nähe ist.

Die Berliner Schnauze von A-Z

A: Ey Atze, noch alle Latten am Zaun oder wat? – Bedeutet: Hallo Bruder, geht es Dir gut, alles okay bei dir?

B: Da biste janz baff, wa Dicka. – Bedeutet: Schön, Sie so beeindruckt zu sehen, werte Dame.

C: Da ist ein Café Achteck – Dort ist ein Pissoir.

D: Dit is ja so dufte, da wird mir janz plümerant vor Freude! Bedeutet: Das ist so schön, wirklich unglaublich!

E: Janz schön etepetete. Bedeutet: Jetzt sei mal nicht so zimperlich.

F: Du bist ja echt n janz schöner Fatzke. Bedeutet: Ich habe selten solch einen hübschen Menschen wie Sie gesehen.

G: Die Gold-Else iss echt knorke aber der Bildhauer war een großer Großkotz – Die Engelsfigur auf der Siegessäule ist wirklich gut gelungen, nur der Bildhauer ist ein kleiner Angeber.

F: Hab doch mal Feez im Leben – No Risk, No Fun.

H: Ick werd dir jetzt mal wat husten – Ich erkläre dir mal jetzt die Angelegenheit in aller Ruhe.

I: Icke zuerst und dann janz lange gar nüscht. – Kinder und Frauen, Gebrechliche und Alte, Alle und alle Anderen, und am Ende gehe ich vom sinkenden Schiff.

J: Dat is so een Kaff j.w.d – Der beschriebene Ort befindet sich etwas außerhalb (j.w.d. – janz weit draußen).

K: Det is wieder so een Kaff, wa? – Generell ein Ort, welcher kleiner ist als Berlin, z.B. Spandau, Hamburg, München usw. (Wahlweise auch als Kuhkaff deklariert).

L: Loofen oder Latschen, is doch nur ums Eck. – Das ist nicht weit, da können wir zu Fuß hingehen.

Die Berlinerische Schnauze für Fortgeschrittene:

M: Da wirste ja meschugge von der janzen Mischpoke, da hilft nur ne Molle. – Diese Familiensachen können manchmal etwas anstrengend sein, deshalb jetzt erstmal ein Bierchen.

N: Nüscht jenaues weeß man nich. – Da hat wohl einer keine Ahnung.

O: Ick hab een Ooge auf die Öljötze jeworfen. – Diese Ölgötze hat es mir angetan.

P: Jetz werd mal wegen som Pillepalle nicht gleich so pampig sonst gibt´s `n paar warme Ohrn – Das ist doch nur eine Kleinigkeit die wir schnell zusammen aus der Welt schaffen können.

Q: Jetzt tritt mal die Qualmtüte aus mit deine Quadratlatschen. – Könnten Sie bitte diese Zigarette dort austreten, der Qualm brennt etwas in meinen Augen.

R: Heute Remidemmi, morjen wieder rabottn, da sollten wa heute noch ordentlich rinbuttern. – Wer Feiern kann, kann am nächsten Tag auch arbeiten, deshalb feiern wir heute richtig.

S: Is mir Schnurz, wat du dir in deiner weichen Schrippe da oben denkst. – Ich schätze deine Meinung sehr, habe aber gerade keine Kapazitäten mir diese auch tatsächlich anzuhören.

T: Geile Trulla, alter – Schöne Frau aber auch: Wat is dat denn für ne Trulla? – Junge Dame, sie sind hier gerade nicht erwünscht und ihr Äußeres gefällt nicht so sehr.

U: Na Keule, willste uffmucken? – Na Kleiner, suchst du Ärger?

V: Vavatz dir bloß schnell. – Es wird langsam Zeit, dass du aufbrichst.

W: Watn, ick hab dir jesacht wird warm heute, wa? – Ich hatte vormals erwähnt, dass es heute etwas wärmer werden könnte, nicht wahr?

Z: Jetzt iss aba zappenduster hier. – Die Party ist vorbei.

Die Berliner Schnauze mag etwas hart und einschüchternd klingen, aber eigentlich ist der Berliner an sich ein sehr hilfsbereiter Geselle. Oft führt er Touristen auch über Ampeln, oder gibt akkurate Wegbeschreibungen für nicht Ortskundige. Geduldig ergibt er sich dann auch den Nachfragen aller Touris, solange sie ihm nicht die Wohnung wegkaufen oder die Mieten verteuern. Da ist dann der Punkt erreicht, an dem der Berliner seine Gastfreundschaft verliert, aber das trifft dann meistens die Richtigen 😉

 

 

 

 


3 Kommentare

Ina · September 5, 2018 um 13:17

Das freut mich als Brandenburger mit BErliner Wurzeln sehr zu lesen. Meine Mutter ist eine Berlinerin gewesen ,wie auch meine Grosseltern waren, also mir ist die Berliner Schnauze nicht fremd. Übrigens viele Wörter, wie Mischpoke und auch Meschugge kommen aus dem jiddischen.

LG aus Norwegen
Ina

L♥ebe was ist · September 8, 2018 um 14:15

haha, ich musste doch echt schmunzeln! als sowohl in Berlin und Brandenburg aufgewachsene kenne ich natürlich sämtliche Begriffe und wundere mich immer noch, warum den typischen Berliner Akzent immer noch den Berlinern zuschreibt, wo er doch eigentlich in Brandenburg zuhause ist 😉

liebste Grüße auch,
❤ Tina von liebewasist.com

    Blog-Pirat · September 8, 2018 um 15:18

    ist doch schön das die Grenzen da so schön verschmelzen…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.