Zu meiner Zeit, als ich bei einer großen schwedischen Modekette gearbeitet habe, war ich auch eine ganze Weile im Betriebsrat. Ich gründete diesen mit zwei Kollegen sogar. Es war nötig geworden, da die Arbeitsbedingungen bei dieser Modekette nicht so modern waren, wie die Mode, die dort verkauft wurde. Wir lernten als neue Betriebsräte schnell, dass es wichtig ist, gute Partner an der Seite zu haben. So suchten wir uns bewusst einen guten Seminaranbieter, der uns in rechtlichen Themen schulte. Dies sorgte bei uns für die nötige Sicherheit und wir konnten das Wissen in den Betrieb transformieren.

Es ist aber als Betriebsrat auch oft nötig, gerade im Bereich der Mitbestimmungsrechte, sein Recht im Betrieb durchzusetzen.

Dazu war es häufig nötig, sich durch einen Rechtsanwalt*In oder eine Rechtsanwaltskanzlei beraten zu lassen. Uns war es dabei wichtig, dass die Rechtsanwälte die uns vertreten sollten, auch verstanden, um was es uns ging. Sie sollten Spezialisten im Bereich des Arbeitsrechts und Betriebsverfassungsrecht sein. Aber auch die moralische Ausrichtung musste natürlich zu unseren Vorstellungen passen. Also Arbeitnehmer-orientiert und Betriebsratsfreundlich.

Vertrauen bei der Wahl der Geschäftspartner

Vertrauen ist eine der wichtigsten Verbindungen, die wir zu unseren Partnern, sei es Rechtsanwalt*In, Seminaranbieter oder Gewerkschaftssekretär*In hatten. Dies hat uns zu einem der stärksten Betriebsräte gemacht, die es zu diesem Zeitpunkt in den vielen Filialen gab. Wir wurden für den deutschen Betriebsrätepreis nominiert und erreichten deutschlandweit den 3. Platz für unsere Maßnahmen zum Umbau unserer Filiale.

Diese waren besonders auf den Arbeitnehmerschutz und die Verbesserung der Arbeitssituationen ausgerichtet.

Die Betriebsvereinbarung dazu war aufgrund diverser Fehler des Managements damals sehr mächtig und zu unseren Gunsten ausgefallen. Wichtig waren dabei wieder unsere Partner. Das Wissen aus den Seminaren und die, zu der Zeit stehende Verbindung zu unseren Anwälten, die uns zu all den geplanten Aktionen beraten haben.

Viele der Maßnahmen, die wir damals bei dem Arbeitgeber erzwungen haben, sind mittlerweile Standard bei diesem Unternehmen und wurden aus unserer Berliner Filiale weltweit in all den anderen Filialen umgesetzt. Wir und auch unsere beteiligten Partner waren sehr stolz auf diese Vereinbarung, die wir durchgesetzt haben und natürlich waren wir auch stolz, für den deutschen Betriebsrätepreis nominiert worden zu sein.

Erweiterter Kündigungsschutz – der richtige Anwalt*In hilft!

Mittlerweile wurde die Filiale geschlossen. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurden größtenteils nicht übernommen. Es gab einige Angestellte mit erweitertem Kündigungsschutz. Ich war zu diesem Zeitpunkt schon lange nicht mehr im Unternehmen, aber es gehörte mittlerweile zum „guten Ton“, die Mitarbeiter*Innen zu feuern, statt sie in eine neue Filiale, die meist nur eine Straßenecke weiter wieder aufmachte, zu übernehmen. Eine Praxis, welche durch die Modekette mittlerweile durchgezogen wird, um unliebsame Mitarbeiter, etwa Frauen mit Kindern, was oft mit eingeschränkten Arbeitszeiten einherging, loszuwerden. „Sozial“ hatte sich dieses Unternehmen nur im Heimatland Schweden auf die Fahne geschrieben. In Deutschland spielte die Chefetage ein anderes Spiel.

Erweiterter Kündigungsschutz schien hier sogar ein Kriterium zu sein, denn Kolleg*Innen mit eben diesem waren davon häufig besonders betroffen. Umso wichtiger, dass die Mitarbeiter*Innen, einen guten Anwalt*In an ihrer Seite haben. Wie wir zu unserer Zeit als Betriebsräte gelernt haben, ist es wirklich wichtig, mit guten – und auf das Thema Arbeitsrecht spezialisierten – Anwälten gegen dieses Unrecht vorzugehen.

Kündigungsschutz

In solchen Situationen fühlt man sich als Mitarbeiter*In sonst oft hilflos und ohnmächtig. Man fühlt sich unerwünscht und nicht mehr gewollt. Die Situation überfordert. Um den Kündigungsschutz durchzusetzen, hat man extrem kurze Fristen – das stresst noch dazu. Oft bietet aber gerade diese Situation die Möglichkeit, etwas rauszuholen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten. Gerade bei Mitarbeiter*Innen mit erweitertem Kündigungsschutz ist oft eine ganze Menge möglich.

Ein guter Anwalt*In erkennt die Tendenz bei Richter*Innen

Die deutschen Arbeitsgerichte versuchen beispielsweise bei jeder Verhandlung, einen Vergleich anzustreben um für beide Seiten eine gute Lösung zu finden. Ein guter Anwalt*In berät euch auch an dieser Stelle und kann euch sagen, ob ihr ein gutes oder schlechtes Angebot auf dem Tisch habt. Aber auch, ob es sich lohnt, weiter vor Gericht zu streiten, oder doch lieber das Vergleichsangebot anzunehmen.

Richter*Innen deuten oft schon in den Verhandlungen an, in welche Richtung das Pendel schlägt. Ein guter Anwalt*In erkennt diese Signale und wird euch dementsprechend beraten. Ihr solltet in so einer Situation versuchen, das Emotionale beiseite zu schieben und auf die sachlichen Ratschläge eures Anwalt*In hören. Habt keine Angst, denn Veränderungen gehören zum Leben und oft geht es nach solch einer Erfahrung positiver im Leben weiter. Ihr seid aufgestanden und habt euch gewehrt. Dieser Mut wird euch neue Wege aufzeigen.


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