Apollo, unser kleiner schwarzer Malteser-Tshih-Tsu Mischling war noch ziemlich klein, erst ein paar Monate alt, als er bei uns einzog. Die kleinen Pfoten tapsten oft noch unbeholfen durch die Wohnung und auch beim spielen und raufen klappte nicht immer alles nach Plan. Mal landete Apollo auf dem Po, mal auf der Nase. Irgendwann wurde der kleine Müde und kuschelte sich auf meinem Arm und schlief ein. Jetzt lag ich da auf dem Boden mit einem kleinen Welpen im Arm und versuchte mich nicht zu bewegen, damit der kleine schlafen konnte. Irgendwann kam dann der Tag, an dem mir bewusst wurde, das auch dieser kleine Hund Erziehung braucht. Die richtige Hundeerziehung.

Hundeerziehung – Die ersten Schritte haben wir zuhause gemacht

Wenn Apollo dann nach dem Spielen auf meinem Arm einschlafen wollte, habe ich Ihn gestreichelt und dabei sanft seinen Namen geflüstert. Immer und immer wieder. Fast wie ein gestörter Psychopat. Wir dachten uns, dass Apollo so seinen Namen häufig hört und dann später, wenn wir ihn rufen merkt, dass wir ihn meinen. Ich finde, dass der Hund zumindest etwas mit seinem Namen anfangen kann, ist ein elementarer Bestandteil der Hundeerziehung. Dann begannen wir mit leichten Übungen. Sitz war eigentlich das erste was wir ihm beibringen wollten und mit Körperhaltung und überzeugender Stimme begannen wir das Hundetraining. Ein ausgestreckter Zeigefinger über den Kopf des Hundes und natürlich der Befehl „Sitz!“

Wenn Apollo nun Sitz gemacht hatte freuten wir uns und lobten ihn überschwänglich und euphorisch. Apollo wurde gestreichelt, wir sagten ganz fröhlich seinen Namen und versuchten im ein Leckerlie zur Belohnung zu geben. Das wollte er aber nicht. Unsere Euphorie und der gute Zuspruch mit kraulen und streicheln waren ihm lieber. Die Übungen wurden ausführlicher und für Apollo auch anspruchsvoller, das Lob und der Zuspruch, das Kraulen und feiern blieb. Für Apollo war das der Antrieb zur Hundeerziehung. Er wurde quasi wissbegierig und war immer neugierig wenn wir etwas neues mit ihm ausprobiert haben.

Hundeerziehung kann auch peinlich sein

Irgendwann haben wir die Hundeerziehung nach draußen verlegen müssen. Apollo sollte ein freier Hund sein und in den meisten Situationen ohne Leine gehen können. Dazu gehört natürlich das automatische Sitz an der Bordsteinkante und dass er erst nach Signal die Strasse überquert. Der euphorische Jubel und das übertriebene Loben kam bei Apollo immer noch gut an, aber nicht bei allen Passanten. Stumpf und ignorant schüttelten diese den Kopf oder sagten: „Gib ihm ein Leckerli und gut!“

Das mit dem Leckerli hatte ja nicht gut geklappt und ich fand das unsere Freude und Euphorie auch Apollo ansteckten und seine Neugier und Wissbegierigkeit förderten. Also machten wir mit unserem Kurs in der Hundeerziehung weiter. Manchmal sind Dinge peinlich, aber das bedeutet nicht das sie falsch sind. Ich denke mir in solchen Momenten immer: „Den sehe ich nie wieder!“ und ich mache das ja auch nicht für mich, sondern für den Hund. Apollo ist mittlerweile ein Erwachsener Rüde, der aber immer noch umgänglich und lieb ist. Seine Euphorie und Aufmerksamkeit, alleine durch ein bisschen Zuspruch, ist sofort wieder da. Mit wedelnden Schwanz und wachen Blick zeigt er mir sofort an, dass er für neue Abenteuer in der Hundeerziehung bereit ist. Im ist es nie peinlich und das kann ich von ihm lernen.

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