Unser Hund war als erstes da. Wir haben uns damals bewusst für einen Welpen entschieden, meine Frau hatte vorher einen Hund aus dem Tierheim. Diesmal wollten wir aber von Anfang an für den Hund verantwortlich sein. Für unseren Hund lief es einige Jahre auch richtig gut. Er war unser Lebensmittelpunkt, etwas übertrieben gesprochen. Dann wurde meine Frau Schwanger. Unsere Frage kurz vor der Geburt unseres Sohnes war: „Wie wird der Hund das finden?“ und „Kind und Hund, kann das gut gehen?“

Kind und Hund: Das Kind kommt ins Rudel

Für den Hund hat die Geburt eines Kindes einige Konsequenzen. Die wichtigste ist, das Rudel wird größer. Das ist generell erstmal was gutes. Aus dem 3er Rudel ist ein 4er Rudel geworden. Ein Problem welches enstehen könnte ist die Vernachlässigung des Hundes. Das Kind ist neu, die Eltern sind noch nicht in allen Dingen die in den ersten Wochen nach der Geburt passieren sicher und Unsicherheit überträgt sich natürlich auch auf den Hund. Das Kind spürt davon erstmal wenig.

Es ist für uns wichtig gewesen, das der Hund sich an das Kind gewöhnt. Das heißt ausgiebig schnuppern, gucken und kuscheln. Dann haben wir versucht den normalen Alltag des Hundes aufrecht zu erhalten. Das bedeutet dreimal täglich raus und die Runde drehen. Am besten auch schon mit Baby. Der Hund spürt, es geht weiter wie immer. Nur mit einem mehr. 

In der Hierarchie des Rudels, müssen die Eltern natürlich dafür sorgen das Kind eine Stufe über den Hund anzusiedeln. Das kann das Baby und später das Kleinkind noch nicht selbst. Für das Kind müssen wir das übernehmen. Ein Beispiel: An der Bordsteinkante macht der Hund Sitz und die Eltern und das Kind gehen vor und schauen ob die Straße frei ist, dann kommt das Signal und der Hund folgt. Der Hund merkt, das er folgt und das Kind führt. Sobald das Kind sprechen kann, kann das Signal für den Hund auch schon vom Kind kommen, natürlich inklusive Lob. Kind und Hund lernen gleich den richtigen Umgang miteinander und die Hierarchie im Rudel ist geklärt.

Kind und Hund, kann das eigentlich gut gehen?

Die Frage haben wir uns eigentlich nie gestellt. Ich habe allerdings schon öfter von Familien gehört, die ihren Hund abgegeben haben, weil Nachwuchs ins Haus steht. Das ist mir völlig unverständlich, denn auch mit Kind muss ich täglich vor die Tür und der Hund begleitet wie selbstverständlich. Der Weg zur Kita ist schließlich auch eine Hunderunde und den machen wir ja 2 mal täglich. Der Hund kommt nicht zu kurz. Wurde von vorneherein auf eine gute und sozialisierte Erziehung beim Hund geachtet, dann gibt es in der Kombination Kind und Hund auch keine Probleme. Menschen die Hunde aufgrund der Schwangerschaft aussetzen, hätten in meinen Augen nie die Verantwortung für ein Tier übernehmen dürfen.

Wie habt ihr das mit Kind und Hund hinbekommen. Welche Probleme, Ängste und Sorgen hattet ihr?

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