Die Wohnung oder das Haus kindersicher zu machen ist eine der großen Herausforderungen, wenn das neue Leben in unser Heim einzieht. Die Industrie hat diesen Markt der unsicheren Eltern schon lange erschlossen und verkauft alles, was Eltern brauchen um die eigene Bleibe sicher für die Kinder zu gestalten. Das ist definitiv auch gut so. Denn die häufigste Ursache für einen Todesfall bei Kindern ist der Unfall. Dabei ist das Alter des Kindes fast egal. Jedes Alter birgt an die Sicherheit des Kindes eigene Herausforderungen. Viele Unfälle lassen sich vermeiden, wenn wir vorher die Gefahrenquellen kindersicher gestalten.

Kindersicher durch den Haushalt

Viele Reinigungsmittel haben eine tolle Farbe und riechen gut, das finden unsere Kinder auch. Oft sind diese Reinigungsmittel stark ätzend, säurehaltig oder mit Bleiche versetzt. Eine Gefahr, die Eltern kennen, die Kinder aber nicht. Diese Reinigungsmittel sollten unbedingt so aufbewahrt werden, dass Kleinkinder und Kinder diese nicht frei zugänglich in die Hand bekommen können. Auch Geschirrspültabs unbedingt sicher und für die Kinder in den ersten Jahren unzugänglich aufbewahren. Gerade in diesen Sommer schwappte erst der Trend des “Geschirrspültabs”-Lutschen über den großen Teich. Was für viele Eltern befremdlich klingt, ist für Kinder oft ein Wettbewerb. Die Videos wurden zu Dutzenden auf YouTube hochgeladen und vermehrten damit die Nachahmer.

Aber nicht nur Reinigungsmittel sind im Haushalt gefährlich. Um den Haushalt kindersicher zu gestalten, sollten sich Eltern alles aus der Sicht der Kinder anschauen. Der Messerblock sollte nicht vorne an der Küchenzeile stehen, sondern für Kinderhände unerreichbar. Auch das heiße Bügeleisen sollte mit einem Kind nicht allein in einem Raum gelassen werden. Kinder lernen durch Nachahmung. Mama oder Papa bügeln? Dann will das Kind das auch machen. Hier ist Vorsicht geboten. Schnell ist am Kabel gezogen und das heiße Eisen fliegt vom Bügelbrett.

 

Kindersicher auch auf der Straße

In einer Großstadt kann der Verkehr schon sehr aufregend sein. Doch egal ob Großstadt, Dorf oder Landstraße, die Gefahr, die für Kinder und Erwachsene vom Verkehr ausgeht ist überall hoch. Eltern sollten unbedingt darauf achten, Ihre Kinder so früh wie möglich straßenfest zu machen. Auch wenn die Eltern in den ersten Jahren immer dabei sind, ein unachtsamer Moment reicht manchmal schon aus und die Kleinen sind uns ausgebüxt. Um hier vorzubeugen, nutzt einfach jede Straßenkreuzung oder Straßenüberquerung um den Kinder zu zeigen, wie es richtig geht. Das Kind wird an die Hand genommen, wir schauen nach links, nach rechts und nochmal nach links und wenn nichts kommt, dann schnell rüber.

Ganz wichtig: Erklärt dem Kind warum. Auch die Geschichte mit dem Ball. Rollt der Ball auf die Straße, ist an der Bordsteinkante Schluss. Ein neuer Ball ist schnell gekauft. Auch das darf das Kind ruhig wissen, um dem Ball nicht auf die Straße zu folgen.

Was habt ihr gemacht um euer Heim kindersicher und unfallfrei zu gestalten? Welche Tipps zur Sicherheit habt ihr noch in petto?


6 Kommentare

Ina · September 19, 2018 um 8:59

Kindersicher soweit ja, allerdings werden hier nicht alle Ecken mit Eckenschutz versehen oder gar die Möbel weggeräumt. Das wichtigste und gefährlichste ist Kindersicher weggesteckt, also Haushaltschemikalien usw.. Aber wir hatten zum Beispiel keine Treppengitter, obwohl wir eine Treppe im Haus haben, uns war es wichtiger das die Kleinste Maus eher schnell lernt die Treppen hoch und runterklettern zu können, ja klar war anstrengend, musste man doch immer hinterher sein, bzw. die Türen einfach schliessen damit sie nicht alleine zur Trepppe kann, aber es hat sich gelohnt, mit jetzt 2 läuft sie die Treppe absolut sicher hoch und runter.
Zur Kindersicherheit gehört für mich übrigens immer auch, seine Erste Hilfe Kenntnisse immer auf dem besten Stand zu haben und vorallem auch auch die Giftnotrufnummer zu kennen.

LG aus Norwegen
Ina

Busymamawio · September 19, 2018 um 10:53

Ein toller Beitrag! Meine Tochter ist ein riesiger tollpatsch und hatte bereits schon mit zwei Jahren den ersten gebrochenen Arm. Daher habe ich gelernt, dass wir Unfälle im Endeffekt gar nicht wirklich vermeiden können.
Besonders das mit den Reinigungsmitteln ist ein wichtiges Thema. Und wie du es schon sagst, durch Verbote werden Kinder nur noch neugieriger. Besser ist es wirklich zu erklären wieso.
Was ich auch immer als Gefahrenquelle sehe ist Alkohol. Auf vielen Familienfeiern ist es oft nicht mehr übersichtlich, welcher betrunkene Onkel seine Flasche wo hat stehen lassen und bei den Russen (Familie vom Mann) gibt es zudem die Regel dass es unglück bringt, Getränke auf den Tisch zu stellen. Daher stehen sie auf dem Boden, zum Teil volle Vodkaflaschen. Zum Glück konnte ich meine Tochter soweit bekommen, dass sie freiwillig einen Bogen darum macht und gar nicht erst probieren will.
Viele Grüße
Wioleta von http://www.busymama.de

View of my Life · September 19, 2018 um 12:13

Servus 🙂 Endlich mal ein Beitrag der was kann. Ein sehr wichtiges Thema und es gibt einige Eltern die sich den mal durchlesen sollten. Egal ob im Haus, im Garten, auf dem Balken.. Überall gibt es Gefahren, wo man unsere Kinder schützen sollte. Solche Sicherungen sind sehr wichtig und sollten auch bewusst eingesetzt werden. Toller Artikel, weiter so 🙂 LG, Claudia

Tina · September 19, 2018 um 13:11

Deinen Beitrag finde ich super geschrieben und sehr informativ!
Wenn mich Freundinnen mit ihren Kindern besuchen versuche ich auch immer alles halbwegs sicher zu machen. Da reicht es aber meist, wenn ich mich um ein, zwei Räume so gut ich kann kümmere und Gefahrenquellen minimiere. Müsste ich meine ganze Wohnung komplett kindersicher machen, wäre das bestimmt eine Herausforderung für mich. Die Kleinen sind ja auch wirklich schnell unterwegs!

Loving Carli · September 19, 2018 um 13:36

Wir haben auch möglichst alles kindersicher gemacht. Aber nicht übertrieben. Tischkanten zb sind da und bleiben da. Aber die Balkontür und oberen Fenster sind abschließbar, als er noch kleiner war haben wir die Steckdosen geschützt, Reinigungsmittel sind alle außer Reichweite etc. Ich finde es schon sehr wichtig ein Auge darauf zu haben.

Liebe Grüße
Melanie von https://www.lovingcarli.com

Antje M. · September 19, 2018 um 18:42

Ich habe 3 Kinder großgezogen, die Jüngste ist 19 und wir haben eigentlich nicht all zu viel verändert im Haushalt, es gab ein Laufgitter, eine Treppentür und einen Herdschutz. Medikamente und Reinigungsmittel wurden weit nach oben gestellt bzw. im Schrank verschlossen. Kleinere Malheure passierten trotzdem, größere Katastrophen blieben zum Glück aus.

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