Mir ist es als Kind auch immer schwer gefallen, mein Kinderzimmer aufzuräumen. Meistens wollte ich mit den aufgebauten Sachen noch etwas später weiter spielen. Oder ich wollte es meinem Vater zeigen, wenn er von der Arbeit kam. Es gab mehr als genug Gründe, das Zimmer nicht aufzuräumen. Es gab aber immer nur einen Grund, es zu tun. Weil ich laut elterlicher Anordnung musste.

Kinderzimmer: Hort des Chaos

Kinder leben im Hier und Jetzt. Gerade wurde noch im Kinderzimmer ausgiebig gespielt, jetzt ist was Interessantes im Wohnzimmer passiert. Es wird alles stehen und liegen gelassen. Dann geht es mit Papa raus auf den Fußballplatz, schon kommt zum Spielzeug noch ein Berg Klamotten dazu. Das Chaos wächst. Ball und Pumpe landen zusammen mit Schienbeinschonern und Torwarthandschuhen neben dem Bauernhof und der Autorennstrecke. Der Weg zum Bett ist schon nach nur einem Tag wieder verbaut. Unerreichbar. Ich erkenne mich selbst in meinem Sohn wieder. Mit etwas Stolz und viel Pathos stehe ich an der Seite meiner Frau. Die appelliert an das Ordnungsbewusstsein unseres Sohnes. Ich fühle mich von ihr missverstanden. Unser Sohn hat gerade wie einst sein Papa, Spaß an seiner Kindheit. Das dürfen wir ihm doch nicht nehmen. 

Untersützung im Kinderzimmer

Da wir in unserer Erziehung aber immer an einem Strang ziehen und ich damals, obwohl ich mein Kinderzimmer aufräumen musste, eine glückliche Kindheit hatte, verlange ich von meinem Sohn nun auch schier Unmögliches. “Räum dein Zimmer auf!” mit gesenktem Kopf und viel schlechter Laune beginnt dann die Odyssee durchs Kinderzimmer. Damit das Aufräumen nicht zum nächsten Desaster führt, helfen wir ihm etwas dabei. Er hat das Chaos selbst angerichtet, aber beim Beseitigen stehe ich ihm mit etwas Hilfe zur Seite. Der Zustand des aufgeräumten Kinderzimmers ist dabei nur eine Momentaufnahme. Beim Aufräumen wurden Dinge und Spiele gefunden, die unbedingt als nächstes ausprobiert und aufgebaut werden müssen. Es gibt manchmal nichts Schöneres als von vorne zu beginnen. Auch im Kinderzimmer.

Wie motiviert ihr eure Kinder zum Aufräumen?


12 Kommentare

Sirit · August 17, 2018 um 9:03

Im Grunde ist das wie eine Meditationsaufgabe, denn nach kurzer Zeit, oftmals noch am SELBEN Tag sieht das Zimmer schon wieder aus wie im Hühnerstall. Ich glaube man räumt einen großen Teil des Lebens immer irgendwas auf ;O). Aber super, dass Du aus der Unlust zu schreiben bzw. der “Schreibblockade” etwas so Tolles gemacht hast!! Win Win! LG! Sirit

Melanie · August 17, 2018 um 9:46

Unser Sohn spielt gar nicht in seinem Zimmer, von dem her sieht das immer Top aus! “Leider” ist sein Spieleparadies unser Wohnzimmer. Einerseits gut, weil man ihn immer im BLick hat, andererseits, wenn Besuch da ist.. *fremdschämen*

Nadine von tantedine.de · August 17, 2018 um 11:03

Keine Ahnung wie meine Eltern es damals geschafft haben aber ich musste immer vorm ins Bett gehen mein Zimmer aufräumen. Klar durfte ich mal was liegen lassen wenn ich am nächsten Tag z.B. Lego weiterbauen wollte aber ich habe mich immer daran gehalten 😀 Sogar heute noch 😉

Liebe Grüße
Nadine von tantedine.de

Sarah · August 17, 2018 um 11:24

Ich kann mich auch daran erinnern, das ich immer ein riesiges CHaos angerichtet habe. Allerdings musste ich selten aufräumen und erst im jugendlichen Alter ein paar Aufgaben im Haushalt übernehmen. Das würde ich mit meinen Kindern anders machen und zwar so wie ihr! Ich finde toll,wenn ihr unterstützt, ihn aber auch machen lässt.

Liebste Grüße,
Sarah

http://www.vintage-diary.com

Bea · August 17, 2018 um 13:00

Wichtig im Kinderzimmer, damit die Kinder gut aufräumen können, sind genug Kisten und Regale. Am besten sogar beschriften, was wo reinkommt. Und wenn Kinder absolute Aufräum-Verweigerer sind, man kann toll ein Spiel draus machen. Meine liebten es, Sachen die nicht zerbrechen, aus einer gewissen Entfernung wie beim Basketball in den Behälter zu werfen. Oder man macht ein Farbenspiel draus. Am Ende lachen alle und man hat ein aufgeräumtes Kinderzimmer. Bei uns herrscht auch oft Chaos. Ach, gibt schlimmeres.

Lieben Gruß, Bea.

Katii · August 17, 2018 um 14:02

Ich hab noch keine Kinder, bin aber gespannt, wie ich das mal handhaben werde – ich selber hab nämlich schon als Kind gerne aufgeräumt, bei mir wars witzigerweise so gut wie nie unordentlich 🙂

Alles Liebe, Katii – Süchtig nach…

L♥ebe was ist · August 17, 2018 um 21:29

in meiner Kndheit war das Aufräumen immer relativ radikal! wenn es meiner Ma gereicht hat mit der Unwordnung, hat sie einfach mit Arm über den Schreibtisch gewischt, sodass alles auf dem Boden lag und wir gezwungen waren aufzuräumen 😉

aus heutiger Sicht klingt das vl etwas platt, aber wirkungsvoll war es dennoch!

liebste Grüße auch,
❤ Tina von liebewasist.com
Liebe was ist auf Instagram

Avaganza · August 19, 2018 um 1:05

Ich habe Glück! Meine beiden sind super ordentlich! Bei meinem Kleinen muss zwar ich noch zusammenräumen … aber er kennt schon vom Kindergarten dass er alles nach dem Spielen zusammenräumen muss. Aber ich kann schon verstehen dass man einfach manche Dinge aufheben möchte und herzeigen oder weiterspielen will … aber ich bin leider eine “Monk-Mami” … und hab es gerne ordentlich ;-).

lg
Verena

Sigrid Braun · August 19, 2018 um 10:07

Das kenne ich sehr gut, bei meinen Töchtern musste man sich manchmal den Weg zum Bett suchen. Ich wäre aber nie auf den Gedanken gekommen sie aufzuräumen, dass war ihre Arbeit. Mittlerweile haben sie selber Kinder und sie sind perfekte Hausfrauen.
Liebe Grüße
Sigrid

    Blog-Pirat · August 19, 2018 um 10:34

    Der Weg zum Bett ist manchmal der einzige freie Pfad zum Bett…

Anja · August 19, 2018 um 14:44

Mein kleine ist er ein Jahr alt und das mit dem Aufräumen versteht sich noch nicht so ganz, allerdings sieht man schon die Ansätze, wenn ich etwas in die Kiste zurück tuen, macht sie es auch.
Ich denke so oder so ähnlich kann man Kinder das Aufräume schon von klein an ganz gut beibringen.

Viele liebe Grüße Anja

Kindersicher: Sicher und Unfallfrei durch die Kindheit · September 19, 2018 um 7:34

[…] schon sehr aufregend sein. Doch egal ob Großstadt, Dorf oder Landstraße, die Gefahr die für Kinder und Erwachsene vom Verkehr ausgeht ist überall hoch. Eltern sollten unbedingt darauf achten Ihre Kinder so früh […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.