Mini Hunde sind nicht das Problem, der am anderen Ende der Leine, oder der Handtasche ist es. Warum ist es Menschen, die einen kleinen Hund haben, nicht möglich dieses Tier auch als Hund zu behandeln? Der Mini Hund wird hoch genommen, wenn größere Hunde kommen. Der Mini Hund fängt natürlich hektisch an zu bellen, um die harmlose Gefahr des großen Hundes abzuwenden. Der kleine Hund kläfft und bellt und fletscht die Zähne. Die Besitzer reden ihm gut zu. Sie bestärken den Mini Hund also in seinem Fehlverhalten. Warum ist es nicht möglich, sich ein Buch zu kaufen, etwas über Hundeerziehung zu lesen und diese Fehler nicht zu machen?

Mini Hunde werden für ihr Fehlverhalten gelobt

Das eigentliche Problem liegt in der Verniedlichung dieser kleinen Hunde. Dass der Hund aber selbst denkt, er sei ein richtiger Hund, das haben die Besitzer meist nicht mitbekommen. Auch ein kleiner Hund lebt in einem Rudel, ein Rudel das ihn verniedlicht. Also grob gesagt als Rudelführer positioniert und damit zum absoluten Herrscher macht. Das solch ein Hund die Bedürfnisse des Menschenrudels nicht kennt, ist klar. Dennoch lassen diese Menschen das zu. Dabei wäre Erziehung so einfach. Konsequenz und ein kleines bisschen Mut, machen aus diesem kleinen Tyrannen dann noch einen ganz tollen Hund. Unser 5-Kilo-Kläffer kann das doch auch. Timing, Disziplin und Erziehung gepaart mit Auslastung, mehr braucht es doch nicht, um aus einem Mini Hund einen richtigen entspannten Hund zu machen.

Auch Begleithunde gehören nicht in die Handtasche

Auch die kleinen niedlichen Begleithunde gehören nicht in die Handtasche. Die Hunde wurden zwar vom Menschen immer kleiner und niedlicher gezüchtet, bleiben aber trotzdem Hunde. Hunde wollen schnüffeln, markieren und ihren Artgenossen “Hallo” sagen. Können sie das nicht, verkümmern sie und die Kleinen werden frustriert. Was aus einem frustrierten Hund wird ist klar. Ein nervöser kleiner, geifernder Kläffer, der alles und jeden als Gefahr einstuft und anbellt. Unter dem permanenten Lob des Herrchens und Frauchens. Hundeerziehung geht anders.

Hier gibt es eine schöne Auflistung mit vielen kleinen Hunderassen: https://www.allekleinehunderassen.de/kleine-hunderassen-von-a-bis-z.html


11 Kommentare

Janina · August 10, 2018 um 8:04

Moin moin, Mist, nun hatte ich eben schon kommentiert und dann kam ne Fehlermeldung :-/ Also nochmal: Das was du schreibst regt mich total zum Nachdenken an! Unseren Bronco (3,5kg) nehme ich auch meistens hoch oder gehe ganz weit weg wenn ein großer Hund kommt. Vermutlich hat Frauchchen selbst zuviel Angst vor großen Hunden und denkt eben immer sie muss Bronco beschützen :-/ Dennoch denke ich ist Bronco glücklich und zufrieden, den Eindruck macht er jedenfalls 😉 Denke man tut als Besitzer von einem kleinen Hund vieles Instinktiv obwohl man weiß dass man das nicht sollte… das zu steuern ist oft nicht einfach. GlG, Janina

    Blog-Pirat · August 10, 2018 um 11:32

    Das hat mich bei meinem kleinen auch immer Überwindung gekostet…
    Mittlerweile habe ich das Gefühl, das ich ihn auch als Therapiehund für aggressive Hunde einsetzen könnte. Die eigene Anspannung / Entspannung überträgt sich natürlich auf den Hund und gerade bei kleineren Hunden neigt jeder von uns schneller zum Schutzinstinkt. Ich finde deinen Kommentar aber total Klasse! Mein Beitrag ist ja bewusst etwas überspitzt.

Verena · August 10, 2018 um 8:10

Gebau meine Rede!
Unser Hannes ist ein 4kg Havaneser. Sieht zuckersüß aus – und ist ein HUND – kein Accessoire!!!
Ich war mit ihm in der Hundeschule und würde neben all den Dobermännern und Schäferhunden und Co. Im Gehorsamkeitskurs oft belächelt .. aber ich bin so froh, dass ich es gemacht habe. Für mich. Und für Hannes. Er ist ein ein ganz toller ausgeglichener Hund- und musd immernoch gegen das Kläffer-Vorurteil kämpfen….

Anja · August 10, 2018 um 11:35

Ein sehr interessanter Beitrag, ich finde es immer schrecklich wie kleine Hunde verhetscheöt werden. Frage mich dann auch immer, ob die Menschen vergessen haben, dass sie ein Tier haben und kein kleines Kind.

Viele liebe grüße Anja

Steph · August 10, 2018 um 16:14

Erlebe ich jeden Tag beim Gassi! Die flippen aus an der Leine und man redet mit positiv klingender Stimme “Ach reg dich doch nicht so auf!”. Was versteht der Hund? Positive Stimme = LOB! Man verzeiht den kleinen eben auch das Hochspringen, trägt sie eher und und und! Nervt beim Gassi und im Zusammenspiel mit anderen eben einfach nur 🙂

L♥ebe was ist · August 10, 2018 um 18:31

ein sehr lesenswerter Beitrag! es spielt ja eigentlich keine Rolle wie groß (oder laut) ein Hund ist – er ist und bleibt ein Lebewesen und in eine Handtasche gehört er damit für mich sowieso nicht!

liebste Grüße auch,
❤ Tina von liebewasist.com
Liebe was ist auf Instagram

Anja · August 12, 2018 um 20:57

Ein wirklich interessanter Beitrag. Ja klar, viele sehen in den kleinen Tierchen auch einen Kinderersatz und verhätscheln sie wirklich.
Liebe Grüße
Anja von Castlemaker.de

Kay · August 12, 2018 um 21:39

Amen. Seit kurzem bin ich Besitzerin eines Shi Tzu Welpen und mir war es von Anfang an wichtig, ihn als richtigen Hund zu sehen und auch so zu behandeln, trotz seiner geringen Körpergröße.
Sehr zur Freude meines Tierarztes der mir von Chihuahua Besitzerinnen erzählt hat, die sich ihren Hund als Mode Accessoire gekauft haben und sich nun wundern, dass sie einen verhaltensauffälligen Kläffer zu Hause haben -, –
Ich selbst merke auch, dass mein Hund oft nicht ernst genommen und mit einem Kuscheltier verwechselt wird und auch mein Freund hat seine Schwierigkeiten mit der Konsequenz in der Erziehung, weil unser Finn halt eben noch klein und knuffig ist.
Deshalb holen wir uns nun Unterstützung durch einen Hundetrainer, damit wir beide am selben Strang ziehen. Liebevolle Konsequenz ist wichtig, bei allen Hunden, jeder Größe!
Mein Hund soll Hund sein dürfen und kein Spielzeug.

Liebe Grüße, Kay
http://www.twistheadcats.com

Who is Mocca? · August 12, 2018 um 21:49

Du sagst es – der Hund kann noch so klein sein, er gehört einfach nicht in eine Tasche. Wobei ich als Hundemama auch sagen kann, dass nicht nur die kleinsten als Kinderersatz gehalten werden. Klar sind sie unsere Babys, aber ein wenig Differenzierung sollte dennoch da sein!

Liebe Grüße,
Verena von whoismocca.com und thepawsometyroleans.com

Avaganza · August 12, 2018 um 22:04

Dein Beitrag spricht mir aus der Seele! Unglaublich was ich bei Hundebsitzern von kleinen Hunden so beobachte. Es ist genauso wie du schreibst … die werden in Handtaschen gesteckt und verniedlicht. Deshalb gibt es so viele kleine Kläffer … aber die können gar nichts dafür. Es sind immer die Großen (egal ob bei Kindern oder Erwachsenen) die für das Verhalten der Kleinen (in dem Fall der Hund) verantwortlich sind… ich hoffe es lesen viele Hundebesitzer deinen Beitrag.

hab einen schönen Abend!
lg
Verena

Sara · August 12, 2018 um 23:43

Ich sehe das ein bisschen anders. es ist nicht die Verniedlichung sondern einfach mangelnde Erziehung. Den Hund kann man ja ruhig hochnehmen, wenn man meint, aber man hat den auch entsprechend zu bestrafen, wenn er in nicht angemessenen Situationen bellt oder beißt und das passiert quasi nicht.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.