Mein Sohn redet viel und gerne, er scheint nach seiner Mutter zu kommen. Oft redet er einfach nur so, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Doch, wenn ich ihn etwas frage, z.B. wie sein Tag in der Kita war, dann schweigt er wie ein Grab. Manchmal könnte ich daran verzweifeln. Habe ich die falsche Frage gestellt? Kam die Frage zur falschen Zeit? War es die richtige Frage zur falschen Zeit oder war es die falsche Frage zur richtigen Zeit? Ich werde es wohl nie herausbekommen. Was ich aber weiß, ist, dass er wenn er nicht über etwas reden möchte, sagt: „Das habe ich vergessen!“

„Wie war es heute in der Kita?“

Auf die Frage wie es heute in der Kita war: „Das habe ich vergessen!“ Dieser Tag scheint ein eher ruhiger und wenig ereignisreicher Tag gewesen zu sein. Am nächsten morgen beim Frühstück erzählt er mir dann aber von allein, was er am Vortag alles erlebt hat und ich revidiere meinen Eindruck des ereignislosen Tages. Kinder haben ihren eigenen Zyklus, sie folgen ihren eigenen Instinkten und Gefühlen. Am Nachmittag, wenn ich meinen Sohn von der Kita abhole, ist er oft schon müde, der Tag war lang und das Fußballtraining vom Vortag steckt noch in seinen jungen Knochen. Ich sollte froh sein, dass er den Weg schafft, ohne dass ich ihn tragen muss. Er will dann lieber über Belangloses reden, ohne seine Gedanken und Erinnerungen zu bemühen. Eher Small Talk. Ein Moment, in dem ich meine Bedürfnisse nach hinten stellen muss.

Dennoch ist es wichtig, auch zuzuhören wenn es um Belangloses geht. Für Kinder ist es wichtig zu reden, nur so lernen sie Neues. Wie verhält sich das Gegenüber, was antwortet er auf eine alltägliche Frage, wie funktioniert ein Witz. Mimik und Gestik, Ausdruck und Betonung, selbst die Körpersprache wird teilweise kopiert. Aber oft habe ich das Gefühl, dass es am Ende auch um den sozialen Kontakt geht. Das Zuhören und füreinander da sein. Das Ergattern von Aufmerksamkeit und Zuneigung. Etwas, dass für Kinder von enormer Aufmerksamkeit sein sollte.

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