Eine Schwangerschaft löst bei den Beteiligten oft Unsicherheit aus. Mutter und Vater stellen sich dabei oft viele Fragen und machen sich permanent Gedanken. Vor dem ersten Kind mehr und andere, als beim zweiten oder dritten. Das Erste verändert die Welt mehr als alles Andere im Leben einer Familie. Beim zweiten Kind sind die Eltern meistens wesentlich entspannter. Doch wie sieht es mit dem erstgeborenen Kind aus? Was sagt das Kind, welches schon da ist, wie fühlt es sich? Wir können bei unserem Sohn gerade beobachten, dass er einerseits sehr freudig auf die Geburt seines kleinen Bruders hinfiebert, er jedoch in alltäglichen Lebenssituationen sehr unsicher wirkt.

Woher kommt diese Unsicherheit bei Kindern?

Wie auch für uns nach der Geburt des ersten Kindes, verändert sich jetzt wiederum dessen Welt. Spielzeug, die Aufmerksamkeit der Eltern und später auch das Kinderzimmer müssen geteilt werden. Insbesondere die Aufmerksamkeit der Eltern fällt dabei besonders ins Gewicht. Kinder müssen nun oft die eigenen Bedürfnisse hinten anstellen und lernen, geduldig zu warten. Auch werden sie mehr eingebunden. In die Erziehung. Auch wird jetzt öfter mit angepackt, wird mehr Verantwortung übernommen. All das spürt ein Kind. Es weiß, dass sich die Dinge verändern werden. Unser Sohn geht sehr sensibel mit dem Thema um, die Unsicherheit spüren wir insbesondere bei Gesprächen über die Schwangerschaft. Aber auch, wenn das Baby noch gar nicht geboren ist, macht sich unser Sohn schon Gedanken und schleppt beispielsweise irgendwelche Drahtgestelle an, welche er in Bäumen gefunden hat und nun zum Bauen des Babybetts nach Hause bringt.

Sein Bruder ist noch gar nicht da, aber schon allgegenwärtig. Bekannte fragen nach, fassen den Bauch von Mama an und in der U-Bahn fragen Menschen ob sich die Schwangere setzen möchte. Am wichtigsten war und ist es uns, dass es für unseren Sohn normal weitergeht. Er kommt dieses Jahr zur Schule, im Frühjahr wird sein Bruder geboren. Es sind so viele Faktoren, die ihn im Moment belasten. Veränderungen stehen an. Veränderungen bringen oft Unsicherheit. Das gehört zum Leben dazu. Wir gehen damit ganz normal um, sind für ihn da und erklären ihm alles was er wissen möchte und zeigen ihm auch, dass wir manchmal auch nicht wissen wie es weitergeht, aber dass es weitergeht. Als wir uns Urlaubsbilder angesehen haben sagte mein Sohn: “Das nächste mal fahren wir mit meinem Bruder in den Urlaub!” Damit hat er recht. Aber es wird nicht das Einzige sein, was sich in seinem Leben verändert.


1 Kommentar

Großer und kleiner Bruder: First Impact! - Blog-Pirat · März 2, 2019 um 19:52

[…] wir uns nun auf einem schmalen Pfad. Das ist Erziehung aber immer, ein Weg den wir wählen, mit ungewissen Ende. Wir wissen nicht ob wir die Dinge richtig oder falsch machen. Wir können auch nicht wissen welche […]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.