Neulich während der Weltmeisterschaft habe ich einen alten Kumpel und Alt-Punker getroffen. Wir schauten zusammen Fußball und unterhielten uns über seine aktuelle Band EnteX, Plattenaufnahmen, Sex, Drugs und natürlich auch wie er, der Tee, zur Musik gekommen ist.

Blog-Pirat: Hallo Tee, stell doch mal kurz deine Band EnteX vor.

Tee: Die Besetzung von EnteX auf dem Album: Ilay Banana3000 ist unsere Sängerin, Zitrone und Mayk sind unsere Gitarristen, Rolf unser Schlagzeuger, der Tee (also ich) am Bass und Mowgli an der Trompete. Wir sind momentan auf der Suche nach einem neuen Schlagzeuger, da unser Bisheriger die Band verlässt. Auch suchen wir weiterhin zusätzliche Bläser (Trompete und/oder Posaune).

EnteX live im Wild@Heart Berlin 19.2.2016

EnteX live im Wild@Heart Berlin 19.2.2016

Wie bist du zur Musik gekommen und speziell zum Bass als Instrument?

Ich habe als Kind einige Jahre Keyboard-Unterricht genommen. Als Jugendlicher habe ich dann die Lust daran verloren und meine Kenntnisse lediglich dazu verwendet, hin und wieder meine eigenen Rap-Texte musikalisch zu hinterlegen. Als ich dann Abitur gemacht habe, ist mein Musikgeschmack mehr in Richtung Deutschrock und Punk gewandert. Ich hatte mir dann in den Kopf gesetzt, selbst eine Band zu gründen.

Die Position als Keyboarder in einer Rock- oder Punkband stellte ich mir ziemlich uncool vor. Gitarristen findet man ja wie Sand am Meer und für Schlagzeug habe ich einfach kein Talent. Also blieb für mich als logische Konsequenz nur der Bass und dabei bin ich dann auch geblieben.

Zusammen mit J-Cop habe ich dann die Band so um 1996 gegründet. Das mit den Gitarristen hat sich dann doch eine ganze Weile hingezogen. Also nichts mit Sand am Meer. Am Ende lag dann die Lösung mit einem alten Schulfreund (Petrus) und einem aus meiner Oberschule (Zitrone) sehr nah.

Da bist du ja nun sehr lange aktiv. Was waren deine besten und schönsten Momente auf der Bühne?

Natürlich ist jedes Konzert ein Highlight für sich. Aber als erstes fällt mir das Konzert im letzten Jahr im Oktober ein, wo meine Tochter das erste Mal ein Konzert von uns besucht hat und mittendrin im Publikum dabei war. Das war natürlich schon ein besonderer Moment.

Eher in die Kategorie „abgefahren“ passt unser Konzeptkonzert zum Thema Erdnuss. Ich hatte bei einer Bandprobe einen Spruch darüber gemacht, dass wir unsere Songs alle auf Erdnussbutter umdichten. Ich konnte ja nicht ahnen, dass Niko und Ilay das sofort aufgreifen und anfangen unsere Texte tatsächlich dahingehend zu ändern. Das reichte von einer kurzen Erwähnung des Wortes Erdnuss bis hin zu einer kompletten Umdichtung des Liedes. Und Schwupp war ein ganzes Set für ein Konzert entstanden, das wir dann in einer Kneipe einmalig aufgeführt haben. Bei einem Song geht es darum, dass ich durch den Genuss von Haselnuss sterbe. Für das Konzert musste ich einen Keks (ich glaube so ein Tuc) beschmiert mit Erdnussbutter essen. Boah, ich habe in dem Moment geflucht, warum ich damals den Spruch nicht mit Pizza gemacht habe. Mein Mund war so dermaßen klebrig danach und das hielt noch einige Songs an.

Ein weiteres Konzert, an das Du dich wahrscheinlich auch noch erinnern könntest, war in Kleinmachnow. Dort sind wir zusammen mit der Ingolstädter Band „Totem“ aufgetreten. Neben einigen wenigen Leuten von uns, bestand der Rest der Gäste nur noch aus Fascho-Punks, dem Gastgeber und ein, zwei Normalos. Wir haben uns dann entschieden, den Song „Meine Freundin ist ein Nazischwein“ doch nicht zu spielen. Unser Sänger Niki ist an dem Tag erst gar nicht gekommen. Vermutlich hatte er sowas bereits befürchtet. So mussten Niko und ich uns zwangsläufig den Gesang teilen. Die Jungs von Totem haben dann alleine auf der recht großen Fläche zu uns gepogt. War schon ziemlich chaotisch insgesamt. Aber dafür haben wir richtig gutes Geld bekommen.

Oh ja, da kann ich mich gut dran erinnern, ich hatte damals ein bisschen Angst, dass wir heute dieses Interview nicht hätten machen können 😉 Das war sehr skurril und die Typen waren alle ein bisschen komisch…

Mit Deiner aktuellen Band EnteX spielt Ihr eine Mischung aus Rock und Duck den allseits bekannten DuckRock, wie seid Ihr auf den Stil gekommen, und was kann der Leser sich darunter vorstellen?

Als erstes sollte man sagen, dass Duckrock ausschließlich von Bands betrieben werden kann, die eine Ente in der Band haben oder im Namen tragen. So wie EnteX. Anders geht es gar nicht.

Dann brauchst Du Dir nur anschauen, wie sich eine Gruppe von Enten durch die Gegend bewegt. Die sind zwar alle auf einer Linie, aber die Bewegungen wirken doch schon irgendwie komisch. Nach meiner Definition ist als Duckrock nichts anderes  als straighter Rock mit lustigen Texten. Ok, jetzt bin ich wahrscheinlich raus aus der Band. 😉

Ihr habt Anfang des Jahres mit einer Crowdfunding Kampagne auf euch aufmerksam gemacht, Ziel der Kampagne war es, euch euren luxuriösen Lebensstil als Rockband zu finanzieren und euch natürlich bei den Aufnahmen zum neuen EnteX Album zu helfen. Hat das nach euren Vorstellungen funktioniert?

Leider wurde der luxuriöse Lebensstil nicht durch die Kampagne erreicht. Dazu sind wir auch einfach zu viele Musiker. Aber wenigsten konnten wir das sekundäre Ziel erreichen unser erstes Studio-Album zu finanzieren. Das Ding wird (Termin steht noch nicht genau fest, aber sicher noch 2018) als Download, CD und Vinyl (und für einige sogar als Kassette) erscheinen.

Für die neue Platte habt Ihr mit verschiedenen Berliner Gastmusikern zusammen gearbeitet und wenn ich mich richtig erinnern kann, war der Mischer im Studio der Typ der auch für Knorkator gearbeitet hat. Wie war es, sich mit diesen lokalen Größen ins Studio zu begeben?

Genau, Dirk Burke hat den Mix und das Master gemacht für uns gemacht und damit den einzelnen Songs den richtigen Wumms verpasst. Er war auch unter Anderem am Album Mutter Erde von der Band Arsen und an Knorkators „Ich hasse Musik“ beteiligt. Da letzteres Zitros Lieblingsalbum von Knorkator ist, war die Wahl auf Dirk schnell getroffen.

EnteX - Duckrock mit Tee

EnteX – Duckrock mit Tee

Was können wir von euch erwarten, was ist geplant? Eine Crowdfunding Welttournee oder bucht Ihr nur das Olympiastadion um das mal gemacht zu haben?

Nun es wird in jedem Fall eine fette Record-Release-Party geben, wo wir neben den Songs vom Album auch noch einige alte Klassiker präsentieren werden. Natürlich werden wir dabei auch von befreundeten Bands unterstützt. Näheres wird zeitnah auf unserer Facebook-Seite bekanntgegeben. -> https://www.facebook.com/EnteXduckrock

Auf das Olympiastadion müssen wir dieses Jahr noch verzichten, da wir das meiste Geld vom Crowdfunding für Drogen und Premiumaccounts von XXX-Seiten ausgegeben haben. Böse Zungen behaupten ja, wir hätten das Geld stattdessen in eine Vinyl-Version des Albums, ein verbessertes Booklet oder gar mehr Songs gesteckt. Gegen diese infamen Unterstellungen möchte ich mich an dieser Stelle aber vehement wehren! Wir sind üble Rocker!

Insgesamt hatten wir 25 Lieder zur Auswahl. Ich hoffe, ich verstoße nicht gegen meine vertraglich vereinbarte Verschwiegenheitspflicht, wenn ich sage, dass es insgesamt 17 davon aufs Album geschafft haben. Bei der Menge ist klar, dass man nicht noch mit einem versteckten Track rechnen darf. Auf unserer Vinyl werden zu Gunsten der Qualität weniger Lieder enthalten sein. Aber keine Angst, jeder Vinyl-Fan wird auch eine digitale Version zusätzlich erhalten.

Zu guter Letzt scheint es sich herumgesprochen zu haben, dass wir unsere 1. kleine Tour im Dezember angehen werden. Auch hier wird es demnächst mehr Infos geben. Neben Berlin/Brandenburg werden wir auch Sachsen und Niedersachsen bereisen.

Was willst du sonst noch zu Dir oder der Mucke die Ihr macht sagen?

Liebe Leser des Blog-Piraten. Ich bedanke mich recht herzlich für Ihre Aufmerksamkeit. Mein Name ist der Tee und wenn Sie eine leicht schwachsinnige Band mit Rock-, Punk- und Ska-Einflüssen benötigen, dann stehen wir Ihnen zur Verfügung. Dafür stehe und falle ich mit meinem Namen. Besuchen Sie eines unserer Konzerte, kaufen Sie das Album und sehen Sie unsere Videos auf https://www.youtube.com/user/EnteXknorkerock.

Fotos: (www.philosophiephotographie.de)


7 Kommentare

Bea · Juli 20, 2018 um 12:00

Super Interview und danke für den Tipp! Das ist wohl genau meine Musik, auch wenn mir DuckRock (also der Ausdruck) bisher nichts gesagt haben. Aber so gehts sicher nicht nur mir und was glaubst Du in wieviele rätselnde Gesichter ich schon geschaut habe wenn ich erzähle, dass mein Lieblingsmusikstil Ska ist. Für Ska habe ich extra Saxofon gelernt. Da schauste, wa?

Lieben Gruß, Bea.

    Blog-Pirat · Juli 20, 2018 um 16:36

    Ja, Ska ist schon was feines, aber kennst du noch einen Schlagzeuger aus Berlin der Bock hat? Die EnteX sucht da noch einen / eine…

Avaganza · Juli 20, 2018 um 17:06

Mit dieser Band und Musik kann ich jetzt ehrlicherweise nichts anfangen ;-)! Aber das Interview habe ich dennoch gerne gelesen und Crows Funding ist im Moment natürlich in aller Munde. Hier kann man sich Geld für wichtige Investments holen – super Sache! Auch wenn es nicht für den luxuriösen Lebensstil gereicht hat ;-).

Liebe Grüße
Verena

Marie-Theres Schindler · Juli 20, 2018 um 21:30

Hey, was für ein interessantes Interview – finde ich super, dass du es auf deinem Blog mit uns teilst!
Liebe Grüße,
Marie

Alice Christina · Juli 20, 2018 um 23:36

Das ist zwar nicht meine Musik – aber Crowdfunding find’ ich ganz spannend und wird ja immer beliebter momentan.

Lieben Gruß,
Alice von alicechristina.com
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L♥ebe was ist · Juli 21, 2018 um 20:52

ist zwar leider nicht so ganz meine Musikrichtung, aber das Interview ist echt klasse! finde auch den Aspekt des Crowd Fundings extrem gut … feine Sache auch für Entrepreneurs 🙂

liebste Grüße auch,
❤ Tina von liebewasist.com
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„Eine Prise Chaos war und ist ein elementarer Bestandteil des Nukstock“ · August 4, 2018 um 13:56

[…] altbewährten Blas- und Bumbskapellen (Schlager) auch ein eigenes Programm mit Metal-, Rock- und Punkbands für die Jugend auf die Beine stellen. Der Bitte wurde dann auch nachgegangen und so wurde das […]

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