Der Hund hat eine mit dem Menschen verbundene Geschichte. Mein kleiner Malteser-Shih-Tzu Mischling denkt auch er sei ein großer wilder Wolf, zumindest wenn ich einen Ball werfe. Mein Hund heißt Apollo. Wenn Apollo etwas hört, hebt er eine seiner Vorderen Pfoten und knickt sie leicht nach hinten ab, so wie ein Wolf der etwas wittert. Nach einem großem Geschäft wetzt er mit den Hinterpfoten riesige (für seine Verhältnisse) Kratzspuren in den Asphalt, so wie der Wolf, der damit auch sein Revier markiert und andere Jäger fernhalten will. Auch hat der kleine Schwarze Köter, im Zoo von Hannover (ein sehr hundeunfreundlicher Zoo) ein Geheul in einem echten Wolfsrudel ausgelöst, ganz zu seiner eigenen Irritation…

Was hat dieser Hunde-Zwerg aber nun mit dem Wolf zu tun? Ich versuche die Geschichte des Hundes zu ergründen.

Apollo, ein Hund, denkt manchmal er sei ein Wolf

Apollo, ein Hund, denkt manchmal er sei ein Wolf

Ein Hund und seine Geschichte!

Die Geschichte des Hundes beginnt beim Wolf. Das ist nichts neues. Noch heute erkennen wir, auch beim kleinsten Hund, Wolfs-typische Verhaltensweisen. Der Wolf ist sozusagen der Urahn des Hundes wie wir ihn heute kennen. Wer seinen Hund verstehen will, sollte sich auch mit seinem Urahn beschäftigen. Auch wenn der Hund das vermutlich älteste Haustier der Menschen ist, steckt immer noch viel Wolf in ihm. 

Seit gut 14.000 Jahren besteht eine Verbindung, oder begann diese Verbindung. Der Mensch fand den Begleiter Hund. Oder Wolf. Das der Wolf in Mitteleuropa seit 150 Jahren ausgerottet war und nur in Osteuropa überlebte, ist nur ein weiterer trauriger Beweis für den unbewussten Umgang der Menschen mit seiner Umwelt. “In Bandenburg soll es wieder Wölfe geben.” ist sich Reinhard Grebe sicher. Die Rudel kehren zurück. Deutschland hat wieder Wölfe. Wölfe waren seit jeher sehr Anpassungsfähig und kein Lebensraum ist Ihnen zuwider. Futter und  Verstecke, zur Aufzucht der Welpen, sind für Ihr überleben wichtig. Diese Begabung sorgte dafür, dass der Isegrim, sich auch an den Menschen anpassen konnte. 

Der Rudeltrieb macht die Wölfe stark. Dieser sorgt auch dafür, dass die Hunde sich an ein Menschenrudel (Familie) anpassen können. Alleine wäre ein solches Tier kaum imstande lange zu überleben. Der Wolf will als Team agieren und jedes Tier hat eine Aufgabe im Rudel. So auch der Hund, er braucht im Menschenrudel eine Aufgabe, er braucht seinen Platz. 

Wie wurde der Wolf zum Hund?

Es gibt verschiedene Theorien. Als Wahrscheinlich wird angesehen, dass Frauen verwaiste Welpen als Haustiere adaptiert haben. Sie wurden von den Frauen aufgezogen und später auch von den Männern für die Jagd ausgebildet. Eine weitere Theorie besagt, dass nicht der Mensch, sondern der Wolf, ausgesucht hat, beim Menschen zu sein. Die Hunde ernährten sich von den Abfällen und sparten sich die Jagd. Beides ist möglich und Wahrscheinlich. Die Wölfe die nun in der Nähe, oder mit den Menschen lebten, wurden zahm und vermehrten sich untereinander und Gewöhnten sich an den Menschen. Ein neuer Weg des Rudels entstand. 

Durch die Veränderungen bei den Anforderungen an den Wolf, veränderten sich auch die Merkmale. Der Wolf wurde kleiner, zahmer und er passte sich an das Leben mit dem Menschen an.

Der Hund wurde vom Menschen mehr und mehr für die eigenen Zwecke abgerichtet. Dabei zeigte sich wieder die Vielseitigkeit und Anpassungsfähigkeit. Er wurde zum Jäger, Beschützer, Hüter, Träger, Begleiter und Retter. Je nach Bedarf und Zweck. Der Familienhund war die spätere Folge der Domestizierung. 

Der Hund ist ein Jäger

In der Anatomie des Hundes spiegelt sich deutlich die Hundeartige Abstammung vom Wolf wieder. Er ist durch und durch ein Jäger. Sein Herz- Kreislaufsystem, seine Zehen und die Kraft sind auf Ausdauer und Bewegung ausgerichtet. Diesen Jagdtrieb haben sich die Hunde von heute erhalten. Das können die Besitzer gut nutzen um zu erziehen und ihn auszupowern. Durch die Jagd im Rudel kann dieser Spieltrieb wunderbar genutzt werden um die Bindung zwischen Tier und Mensch zu stärken. Ein ausgelasteter Hund ist ein zufriedener Hund. Er möchte dem Menschen gefallen, der Mensch ist für das Überleben wichtig. Die enge Bindungsbereitschaft an den Menschen hat dafür gesorgt das der Hund für viele Menschen ein echter Sozialpartner geworden ist. Für den Hund ist es ähnlich, für ihn sind die Menschen die ihn umgeben Teil des Rudels, Teil seiner Familie. 

Im Rudel gibt es Hierarchien und diese gilt es zu wahren. Die Körpersprache des Menschen ist wichtig um den Hund zu zeigen was gerade gefordert ist. In einem menschlichen Rudel, kann er die Führung nicht übernehmen, das muss der Mensch machen. Das ist wichtig und der Hund sollte das auch wissen, oder besser gesagt, er sollte seinen Platz im Rudel kennen.

Die Symbiose aus Rudel und Menschenleben

Wenn uns klar ist, was er ist und wir ihn behandeln dann haben wir einen tolle Begleiter und einen loyalen (tierischen-) Freund an unserer Seite. Ist dies dem Besitzer nicht klar, dann kommt es zu Problemen. Der Hund ist in den meisten Fällen nicht Schuld. Der Mensch ist es. Er erzieht den Hund falsch. Der Hund versteht den Menschen nicht, weil dieser sich nicht genug mit dem Bedürfnissen des Hundes befasst hat. Die Situation ist für beide frustrierend. Nur, dass der Hund für unsere Verfehlungen nichts kann. 

Wir müssen uns bewusst machen, dass wir den Kläffer in unsere Familie geholt haben und Ihn bei uns haben wollen. Dafür müssen wir aber auch die Bedürfnisse des Tieres kennen, von dem wir begleitet werden wollen. Nur wenn wir uns ganz sicher sind das wir diese erfüllen können, dann dürfen wir uns auf solch eine Symbiose einlassen. Dann werden beide Seiten viel Freude an der Kombination aus Rudel und Familie haben. Auch wenn diese Welt für den Hund eine völlig fremde Welt ist, am wichtigsten ist für ihn sein von uns erwähltes Rudel.

Was macht euer Handtaschen-Wolf für Dinge die euch an einen wilden Jäger erinnern?


6 Kommentare

L♥ebe was ist · Juli 14, 2018 um 14:18

ich kann hier nur zustimmen: ein Hund bedeutet eben auch eine Menge Verantwortung und Fürsorge und das muss man sich vorher klarmachen – daher ist so ein Lebewesen auch keinesfalls ein Spielzeug oder Weihnachtsgeschenk 🙂

liebste Grüße auch,
❤ Tina von liebewasist.com
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[…] Der Hund sollte nüchtern sein, Ihr wisst nicht wie er auf die Fahrt reagiert. Gerade wenn die Welpen noch jung sind, haben Sie noch nicht soviel Erfahrung mit Transportmitteln. Die Aufregung der neuen Einflüsse steigert noch die Nervosität.  […]

Hund: Jetzt zieht er ein, was sollte schon da sein und was nicht · Juli 13, 2018 um 19:15

[…] Der Hund wird sich mit der Zeit seine Lieblingsplätze suchen. Auch er mag es bequem. Unser Hund krabbelt immer in eine Lücke zwischen den Bettkästen unter unser Bett und schläft in dieser “Hölle”. Wir haben ihm den Platz mit einem Hundekissen etwas bequemer gestaltet, so ist er in der Nähe seines Rudels, aber nicht im Bett. Ansonsten gibt es noch ein bis zwei andere Stellen die er bevorzugt. Liegt mal ein Haufen Wäsche auf dem Boden, dann liegt er oben drauf. Riecht nach seinem Rudel und sowas liebt der kleine Wolf.  […]

Hund, die bewusste Entscheidung des Menschen für den Vierbeiner! · Juli 24, 2018 um 19:55

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Hunde aus dem Tierheim oder vom Züchter? Wo kommt mein Hund her? · Juli 29, 2018 um 9:33

[…] dem Tierheim die nötige Zeit nehmt, das kennen lernen stressfrei und in einer neutralen Umgebung “trainiert”, dann wird schnell klar, ob es da das magische Band aus tiefer Verbundenheit des Hundes euch […]

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