Wenn ich meine Ausbildungszeit mit rein rechne, habe ich vor der Elternzeit ziemlich genau 10 Jahre als Fitnesstrainerin gearbeitet. Ich war dabei insgesamt in drei verschiedenen Studios tätig, die alle ganz unterschiedliche Konzepte hatten und auch ganz unterschiedliche Trainingszeiten.

Die Anforderungen, die von den Mitgliedern an die Öffnungszeiten gestellt werden, sind hart. Klar, jeder möchte trainieren können, wenn es der eigene Alltag zulässt. Was dabei mit dem Arbeits-Alltag der Trainer passiert, bedenken dabei eher die Wenigsten.

Sonn- und Feiertage

Klabautermann und ich haben eine Zeit lang beim gleichen Anbieter, aber an anderen Standorten gearbeitet. Samstag, Sonntag und Feiertage konnten wir nicht immer aufeinander abstimmen. So hatten wir oft nur 2 gemeinsame Wochenenden. Da haben wir noch nicht über die Schichten gesprochen…

Klabautermann wechselte die Branche und ich den Arbeitgeber mit anderen Arbeitszeiten. So hatten wir ab jetzt wenigstens die Sonntage und Feiertage sicher als freien Tag. Schon viel besser!!

Ein Privileg, was wir nicht mehr aufgeben wollen!

Trotzdem arbeitete ich wochentags von ca 8:30 bis 19:30 Uhr. Klabautermann im Wechsel früh und spät plus samstags. Dann kam die Familienplanung.

Ein positiver Schwangerschaftstest – wir waren außer uns vor Freude! 😍

Mir ging es in der Schwangerschaft sehr gut und ich konnte bis zum Mutterschutz weiter arbeiten. Aber mit jedem Tag, den ich weiter auf die Elternzeit zu machte, wurde mir klar… so geht es nach der Elternzeit für mich nicht weiter! Ich sah schon bei meiner Chefin, wie kompliziert es teilweise war, Kind und Schichten zu vereinbaren.

In der Elternzeit

Wenn ich schon den Gedanken, zurück in den Job zu kehren machte, überkam mich jedes Mal ein doofes Gefühl. Nicht nur wegen der Arbeitszeiten, sondern auch wegen der viel wenigeren Stunden, die ich mit Kind nur noch arbeiten könnte. Und daraus resultierend auch ein viel geringeres Gehalt. Es ist sicher kein Geheimnis, dass in der Dienstleistung und auch im Fitnessbereich nicht grade toll bezahlt wird. Auch als Fachkraft bewegt man sich da oft nur wenig über dem Mindestlohn.

Aber auch die immer wieder gleichen Situationen die mich erwarten würden, die immer wieder gleichen Gespräche, machten mich müde, wenn ich nur daran dachte.

Was ist die Alternative?

Früher hatte ich den Wunsch, Erzieherin zu werden. Damals hatte es mit meinem Schulabschluss nicht für die Ausbildung gereicht und die Motivation, nochmal Schule zu machen um dann die Ausbildung zu beginnen, packte mich nicht.

Eine Bekannte aus meinem früheren Job, sie ist Kitaleitung, machte mich auf die Möglichkeit, als Betreuungskraft bei der Stadt zu arbeiten, aufmerksam. Quereinstieg im Kindergarten? Genau die Veränderung, die ich mir vorstellen konnte!

Bewerbung auf die neue Chance nach der Elternzeit – Wenn nicht jetzt, wann dann??
Elternzeit und Jobwechsel Piraten-Tochter

Ich schrieb eine Bewerbung und hatte das Gefühl, nichts könnte mich aufhalten. Ich dachte mir „Wenn nicht jetzt, wann dann? Wird es nochmal so eine geeignete Chance geben, den Job zu wechseln?“ Ich war so motiviert, so verliebt in diese Idee, dass selbst der Klabautermann nach anfänglichen Zweifeln schnell merkte, dass es das Richtige für mich ist.

1 Bewerbung – 1 Vorstellungsgespräch – und der Jobwechsel nach der Elternzeit war sicher!

Die Arbeitszeiten sind natürlich um ein Vielfaches besser vereinbar mit Kind, wie es kaum ein anderer Job sein könnte. Montag bis Freitag und keine Nachmittage.

Ich bin so unglaublich froh, durch meine Elternzeit die Chance auf Veränderung ergriffen zu haben. Und ich kann es nur jedem empfehlen, der auch Zweifel hat, nach der Elternzeit in den bisherigen Job zurück zukehren.

Auch Blog-Pirat, Blog-Piratin und Klabautermann haben zu dem Thema ihre Erlebnisse nieder geschrieben. Schaut doch mal vorbei und lasst euch inspirieren. Von unseren Geschichten, wie die Elternzeit unsere Sicht auf den Job gewandelt hat.

Eure Piraten Tochter


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