“Papa,” tönt es vom Rücksitz während der Fahrt in den Urlaub “Ist das da drüben eine Kuh?” Was soll es denn sonst sein, Elefanten gibt es hier ja nicht. Geduldig und weiter auf die Autobahn fixiert formuliere ich eine nette Antwort.

“Ja, mein Schatz, eine Kuh.”

Mein Sohn scheint zufrieden und summt leise vor sich her. Die Ruhe hält nur Minuten. “Papa, ist das da drüben auch eine Kuh?” Wir sind ja immer noch im selben Bundesland, weswegen es Elefanten immer noch nicht gibt. Wieder bemühe ich mich um eine Antwort.

“Ja, eine Kuh!”

Es kehrt kurze Ruhe ein.

“Papa, da drüben, ist das auch eine Kuh?” Niedersachsen hat keine Elefanten, dieses Land hat nur Kühe. Geduld, tief durchatmen, nette Antwort formulieren.

“Ja.”

Hat gerade noch geklappt. Die Schweigephasen meines Sohnes werden bedeutend kürzer.

“Ich meine da, auf der anderen Seite, ist das auch eine Kuh?” Ich habe das Wort Kuh und alle möglichen Formulierungsmethoden ausgeblendet. Doch mein Sohn lässt nicht locker.

“Da, eine Kuh?”

Mir reist der Geduldsfaden.

“Keine Ahnung, frag Mama!”

Mein Sohn seufzt.

“Die schläft”, murmelt er.

Die stellt sich tod und träumt von Elefanten.

Papa und die Suche nach den Gründen

Kinder fragen. Oft auch fragen deren Antworten sie schon kennen. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Langeweile, wie etwa bei einer langen Autofahrt, oder weil sprechen einfach Spaß macht. Es ist etwas soziales. Das Kind fragt aber auch aus Interesse, etwa  um zu sehen wie wir reagieren oder welche Worte wir für die Antwort wählen. Kinder lernen durch zuhören und mitmachen. Neue Wörter lernen Sie durch unseren Sprachgebrauch und der Normalität mit der wir bestimmte Worte in unsere Sprache einbauen. Ein weitere Grund für vieles Fragen könnte aber auch sein, dass das Kind Kontakt sucht und eigentlich nur auf sich aufmerksam machen will. Reden und Fragen ist oft in Ersatz für fehlende körperliche Zuneigung. Zuwenig kuscheln kann zum “Loch im Bauch Syndrom” führen! Das ständige fragen nach der Kuh könnte aber im Grunde auch eine ganz andere Frage sein, die mein Sohn  eigentlich meint.

“Papa, dauert es noch lange bis wir da sind?”

 


9 Kommentare

Sandra · Juli 21, 2018 um 21:01

Hey du.
Ach, dass kenne ich zu gut. Es sind gefühlt 1000 Fragen und manchmal weiß man keine Antwort mehr und weiß auch nicht mehr was man noch sagen soll. Außer:”Lass uns doch mal Google fragen.” Lach. Hachja, die lieben Kinder.

Liebste Grüße,
Sandra.

Avaganza · Juli 21, 2018 um 22:54

Hallo,

oh, wie gut ich das kenne! Es ist bei meinen Kindern nicht anders … ich muss aber gestehen dass es echt schwer ist, immer geduldig zu bleiben ;-). Aber ich denke mir dann immer dass diese Phase leider ohnehin nur ganz kurz anhält … die Lebensjahre laufen einfach dahin. Genieß die Zeit!

Liebe Grüße
Verena

Marie-Theres Schindler · Juli 21, 2018 um 23:25

Oh ja, diese Fragerei kenne ich zu gut – vor allem im Auto!
Liebe Grüße,
Marie

Yvonne · Juli 23, 2018 um 8:44

Haha ich finde das ja knuffig 😀

Yvonne von Willascherrybomb!

Danie · Juli 23, 2018 um 9:30

Ich kenn das von meiner Nichte 😀 Oder von meinem schon erwachsenen Bruder, der für mich immer ein kleines Kind bleiben wird in seinen fünf MInuten Phasen hehe 😀

LG Danie
von moreaboutdanie.at

L♥ebe was ist · Juli 23, 2018 um 11:43

ach genial, geschrieben! ich war früher ganz genauso, dass ich alles nach- un hinterfragt habe 😉
aber so ist das eben … ich glaube, Kinder, die viele Fragen stellen machen eine äußerst wertvolle Entwickkung durch 🙂

liebste Grüße auch,
❤ Tina von liebewasist.com
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[…] sollten die Kinder auf dem ausgestellten Folterpferd nicht Platz nehmen, aber interessant und anziehend ist der […]

Elternhilfe: Unerfahren, urplötzlich und jetzt ist das Baby da! · Juli 28, 2018 um 8:34

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