Am Anfang waren da meine Oma, meine Mama und ich. Das war’s. Meine Mama war sehr jung, als sie mich zur Welt brachte. Sie wohnte noch zuhause, ging zur Schule und lebte ihr Leben als Teenager. Und dann war da auf einmal Ich. Keine einfache Situation, wie ihr euch sicher vorstellen könnt. Aber sie hat es super gemacht! Wenn ich heute zurück blicke, bin ich ihr unendlich dankbar, dass sie sich dieser schwierigen Herausforderung gestellt hat. Und das fast(!) im Alleingang. Denn leider war da kein Papa, kein Vater, der für mich da sein konnte.

Anfangs blieben wir noch ein paar Jahre bei meiner Oma wohnen. So hatte meine Mama Unterstützung. Die braucht man auch – denn wer weiß in so jungen Jahren, wie man ein Kind groß zieht?
Ich bin ehrlich, ich war 11 Jahre älter als meine Mama, als ich mein erstes Kind bekam, und dachte das ein oder andere Mal „Was mach ich hier eigentlich?“.

Die anderen Kinder haben einen Vater – Ich nicht

Wenn ich an meine ersten jungen Lebensjahre zurück denke, war ich immer fröhlich und es fehlte mir an nichts.
Wir sind in den Urlaub gefahren, wir hatten ein Haustier was mich und ich es liebte und wir hatten uns drei. Für mich war alles in bester Ordnung.
Aber natürlich versteht man irgendwann, dass es auch anders geht. Dass meine Situation nicht unbedingt ,normal‘ war. Klar, was ist schon normal? Aber es fiel doch auf, dass andere Kinder Väter hatten und ich eben nicht.

Wenn ich genau überlege, ab wann ich wusste, das meine Mama keinen Kontakt mehr zu meinem Vater hatte, kann ich euch nur sagen: Ich wusste es einfach. Seit ich mich aktiv erinnern kann. Meine Mama hat nie ein Geheimnis daraus gemacht. Wann immer ich Fragen hatte, beantwortete sie mir diese.

Ersatz-Papa?

Meine Mama war also noch sehr jung und hatte natürlich noch ihr ganzes Leben vor sich, auch mit Kind. Sie lernte Jemanden kennen. Er blieb eine Weile in unserem Leben. Wir zogen mit ihm um. Aber mein Papa war er nicht! Ich wusste ja, dass ein Anderer mein Vater ist, nur eben nicht wer.
Für mich war klar, mein richtiger Papa hat mich nicht bewusst verlassen. Er und meine Mama hatten sich getrennt, lange bevor sie wusste, dass sie mit mir schwanger war. Für mich war also niemand schuld an der Situation.

Inzwischen war ich 12 Jahre alt und welch eine Freude, ich wurde große Schwester!

Es war so schön – meine kleine Familie wuchs. Er ist mein Bruder, ganz egal, ob er nun von einem anderem Vater war. Für mich machte das nie einen Unterschied. Aber es war immer noch nur sein Papa. Nicht meiner. Sicherlich, wenn man einige Jahre den gleichen Mann an der Seite seiner Mama hat, ist da auch eine Bindung, die man aufgebaut hat.

Leider hielt die Beziehung nicht mehr lange und das tat mir vor allem für meinen Bruder leid. Ich hatte ihm so sehr gewünscht, dass er diese ‚Normalität‘ erleben durfte. Glücklicherweise konnte er seinen Papa aber regelmäßig sehen.

Mit 12 machte ich mir dann schon mehr Gedanken darüber, wer mein Vater sein könnte.

Oder wann der richtige Zeitpunkt wäre, ihn mal kennen zu lernen. Auch meine Mama hatte mich immer wieder mal gefragt, ob ich mal nach ihm suchen wollen würde.

Hier geht’s weiter zu Teil 2, geschrieben vom Blog-Pirat…


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